Der Ausdruck „Selbst“ und „ständig“ wird häufig in einer ironischen oder negativen Konnotation verwendet. Hiermit wird des Öfteren signalisiert, dass das Leben eines Selbständigen mühsam ist und das man (am besten) alles selber machen muss bzw. soll. Oder es vielfach nicht anders kann.

Wer das so macht oder das so empfindet, der macht einiges falsch. Jetzt bitte nicht missverstehen, dies soll keine Schelte oder Kritik gegenüber jemanden sein, der sich gerade im Aufbau seiner selbständigen Existenz befindet oder durch tragische persönliche Schicksale aus der Bahn gerät.

Jeder halbwegs etablierte Selbständige – falls er den Sprung zum Unternehmer nicht machen möchte, oder kann [1] – wird früher oder später Tätigkeiten auslagern und Netzwerke bilden müssen. Man kann nicht alles selber machen und man sollte es auch nicht.

Aber darum geht es mir nicht, ich würde mich gerne dem Begriff „Selbst & ständig“ von einer anderen, nennen wir es ruhig pseudo- philosophischen, Seite nähern.

Was soll aber an dem „Selbst“ und „ständig“ positiv sein?

Ich habe mir in den letzten Wochen, Monaten und mittlerweile auch schon Jahren viele Gedanken gemacht: sowohl über meine berufliche als auch über meine persönliche Entwicklung.

Dabei habe ich festgestellt, dass der Begriff „Selbst & ständig“ lediglich das beschreibt, was einen Menschen ausmacht, der sich sowohl fachlich als auch persönlich weiter entwickeln möchte.

Du musst kontinuierlich, also ständig an dir arbeiten und die Motivation muss natürlich von dir selber, also deinem Selbst kommen. Denn nur du selber weißt, was dir guttut und wohin die Reise gehen soll.

Sicherlich, ein Mentor oder guter Freund kann dich hierbei konstruktiv begleiten, aber die Hauptarbeit liegt bei dir.

Dabei ist es egal ob du einerseits deine beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse als Webentwickler oder Handwerker verbessern möchtest oder ob du anderseits an deiner Persönlichkeit arbeitest: dich mit deinem Körper beschäftigst, neue Meditationstechniken lernst oder etwas über die Stoikier liest. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Wenn ich ständig an dir arbeiten sage, dann meine ich nicht sklavisches Ackern rund um die Uhr. Es geht hier um die Kontinuität und Progression. Jeder der Krafttraining macht oder gemacht hat, weiß was ich meine.

Zwei Trainingseinheiten im März und dann sieben im Juni sind nicht so effektiv, wie wenn man regelmäßig 2-3x die Woche trainiert und sich langsam, aber kontinuierlich verbessert.

Deswegen, wenn dir jemand in Zukunft etwas von „Selbst & ständig“ sagt, dann musst du lächelnd erwidern:

„Genau das ist es was ich mache“

Ich hoffe ich konnte mit einem kleinen Einwand deutlich machen, worum es mir geht.

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Veröffentlicht von Vladimir

Vladimir Simović, arbeitet seit 2000 mit HTML und CSS und seit Januar 2004 mit WordPress. Im Laufe der Jahre hat er diverse Fachbücher und Fachartikel publiziert. Weiterlesen…

  1. Hallo Vladimir, danke für diesen Artikel. Ein schöner Gedankenanstoß. Ich sehe darin, auch nach 10 Jahren Selbstständigkeit, keinen Grund für eine negative Auslegung. Ist man doch „Selbst & ständig“ für sein Glück verantwortlich. Wer nicht nur seinen Beruf, sondern auch seine Berufung gefunden hat, sollte sich glücklich schätzen, auch in der „Freizeit“ seiner Passion nachgehen zu können.

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