Eigene Inhalte wieder zu verwenden ist bei vielen verpönt. Warum man diese Einstellung überdenken sollte erkläre ich im folgenden Artikel.


Bei meinem letzten Steemit-Vortag in Paderborn habe ich diese Anekdote bereits erzählt.

Neulich beim Fernsehen 📺

Innerhalb von wenigen Tagen, sah ich vor einigen Monaten in einer der unzähligen Talkshows beim vorbeizappen einen Comedian und einen Politiker. Durch Zufall sah ich kurze Zeit vorher den gleichen Politiker bei einer Rede und den gleichen Comedian bei der Ausstrahlung seiner Show.

An sich nix besonderes. Besonderes war was die zu sagen hatten. Die beiden hatten ihre Texte einfach 1:1 in die Talkshow übernommen, seit dem ich mittlerweile darauf achte ist mir das häufiger aufgefallen.

Und auch wenn es nicht immer komplette Texte sind, so sind des dennoch vielfach die gleichen Sätze, Floskeln und Phrasen.

„Was die können, dass können wir schon lange“ 💪

Das steht im krassen Gegensatz dazu was man im allgemeinen von Bloggern erwartet und an die Anforderung die Blogger im allgemeinen an sich stellen. Unter Blogger verstehe ich auch Leute, die hier auf Steemit Inhalte verfassen.

Es werden also bestimmte informelle moralische Anforderungen an die kleinen Leute™ gestellt bzw. von den selbigen selbst auferlegt, an die sich die da oben™, die das vielfache verdienen, nicht halten und nicht verpflichtet fühlen. So jetzt habe ich erst einmal genug den Populisten und den Volkstribun in mir bedient. 😎

Also warum sollten wir nicht einfach auch unsere Inhalte wieder verwenden zumal wir unsere Inhalte selber erstellen. Bei vielen Politikern und auch bei einigen Comedians stammen die Texte sogar aus fremden Federn.

Vorteile von Republishing & wie vorgehen? ✏

Das Wiederverwerten von eigenen Inhalten ist nichts verwerfliches, ganz im Gegenteil.

1. Die Sichtbarkeit 🔍

Man muss jetzt nicht von Steemit, Facebook & Co. ausgehen, wo die eigenen Inhalte nach wenigen Tagen oder sogar Stunden nach und nach verschwinden. Zuerst aus den Trendings und dann auch im Feed der Leserschaft.

Auch in den normalen Weblogs ist es nicht anderes. Alles was nicht auf der Startseite oder maximal mit ein bis zwei Klicks erreichbar ist, ist so wie man es schön sagt:

aus den Augen, aus dem Sinn

2. Inhalte aktualisieren 🆕

Aber nicht die fehlende Sichtbarkeit ist der Grund um einen Artikel wieder zu verwerten. Es kann vielfach sein, dass sich an der Anleitung einiges geändert hat und das wäre eine gute Gelegenheit den Inhalt zu aktualisieren, damit die Leser nicht zum Beispiel einer veralteten Empfehlung folgen.

3. Plattformen mit unterschiedlichen Lesergruppen 💬

Aber auch jenseits der Sichtbarkeit und der Aktualität des Inhaltes gibt es noch einen zusätzlichen Grund warum man den gleichen Inhalt wieder verwerten könnte und sollte. Das kann vor allem dann sein, wenn die möglichen Leser oder Konsumenten deines Inhaltes sich üblicherweise auf unterschiedlichen Plattformen aufhalten.

Hier ist Vorsicht geboten: ☝

Hier eine eher ungünstige Ausgangssituation:

Eine ungünstige Verteilung deiner Leserschaft

Eine ungünstige Verteilung deiner Leserschaft

Solltest du bemerken, dass deine Leserschaft sich vielfach auf den Plattformen aufhält auf den du auch unterwegs bist, dann würde ich dir nicht empfehlen die Inhalte wieder zu verwerten oder nur in ganz seltenen Fällen. Die Gefahr ist zu groß, dass du die Leser verärgerst, wenn sie die gleichen Artikel auf mehreren Plattformen lesen.

Hier kannst guten Gewissens Republishing betreiben: 👍 🚦

In der folgenden Ausgangssituation würde ich dir auf jeden Fall empfehlen deine Inhalte auf beiden Plattformen zu veröffentlichen oder dir zumindest eine Strategie diesbezüglich bereit zu legen:

Eine gute Verteilung deiner Leserschaft

Eine gute Verteilung deiner Leserschaft

So eine Ausgangssituation dürfte vielfach vorkommen, wenn du sowohl ein eigenes Weblog hast – welches zum Beispiel mit WordPress betrieben wird – und du noch zusätzlich auf Steemit/Facebook/Reddit/Medium unterwegs bist.

Nach meiner Beobachtung und einigen Messungen kann ich sagen, dass die allermeisten Nutzer innerhalb des eigenen Netzwerks bleiben. Salopp kann man so sagen: alles was außerhalb der eigenen Social-Media-Plattform passiert, ist für die meisten nicht existent oder bestenfalls nicht relevant. 😊

Eine mögliche Strategie

Daher könntest du guten Gewissens einen Artikel auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlichen. Ob du dabei den Artikel zuerst im eingenen Weblog und später auf den alternativen Plattformen veröffentlichts muss man von Fall zu Fall entscheiden.

Im Fall von Steemit empfehle ich es, dass man den Artikel zuerst auf Steemit.com veröffentlicht und dann nach einer gewissen Zeit – sieben bis zehn Tage sollten es schon sein – im eigenen Weblog. Im Falle von Medium.com würde ich den umgekehrten Weg vorschlagen.

In dem Zuge kannst du aus der „Not die Tugend“ machen und den Artikel bei Bedarf aktualisieren, mögliche Rechtschreibfehler korrigieren, optimieren und ggfl. den sprachlichen Stil anpassen.

Falls du nur auf einer Plattform aktiv bist, dann kannst du deine alten Artikel natürlich auch wieder verwenden. Gibt es signifikante Änderungen, dann brauchen wir darüber nicht lange zu reden. Das ist quasi deine Pflicht deine Leser darüber zu informieren → so gesehen ist das „Service am Kunden“.

Aber auch wenn es kaum Änderungen gibt, so kann man den Artikel dennoch hervorheben und neu veröffentlichen. So etwas empfiehlt sich bei Inhalten, wie zum Beispiel Tutorials und HowTos, die häufig gesucht und angefragt werden, weil Artikel die aus den Feeds und Trendings verschwinden rutschen mit der Zeit auch in den Ergebnissen der Suchmaschinen nach unten.

Bildnachweis: CC0-Bild, pixabay, von klimkin

Geschrieben von Vladimir

Vladimir Simović, arbeitet seit 2000 mit HTML und CSS und seit Januar 2004 mit WordPress. Im Laufe der Jahre hat er diverse Fachbücher und Fachartikel publiziert. Weiterlesen…

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